114 ZARA. sahen F ussbodens eine grosse Zahl römischer Architektur und Inschriftstücke zu Tage, welche den Unterbau der Pfeiler und Wände der im IX. Jahrhundert * erbauten Kirche bilden und einen Schluss auf den einstigen Reichthum Zaras an römischen Monumenten gestatten.' Im Zusammenhalte mit letzteren bot aber das G-ebäude selbst in seiner interessanten frühchristlichen Architektur ein köstliches Gehäuse für weitere kunsthistorisch oder historisch bemerkenswerte Funde, denn es ist selbst ein Museumstück und wird wohl für immer das wertvollste in der Sammlung bleiben. Das erste Object in dem neuen Museum bildet ein grosses friesartiges Flachrelief,2 welches den Kindermord und die Flucht nach Aegypten darstellt. Die Figuren stehen gesondert in Arca-turen und die Arbeit trägt den Charakter longobardischen Styles des IX. Jahrhunderts. In gleichem Styl und gleichen Dimensionen ist eine Darstellung der Geburt Christi und der heiligen drei Könige gehalten, welche sich in der als Magazin benützten kleinen Kirche S. Domenico befand und durch die Familie Strmic von Yalcrociata gespendet wurde.. Diese beiden Objecte bildeten den Grundstein der Sammlung, welche nun dank der liebevollen Bethätigung der Conservatoren Bulic, Glavinic und Smirich rasch heran wuchs, so dass sich immer mehr ein Bedürfnis herausstellte, dem ruinenhaften Zustande des Inneren von S. Donato durch eine gründliche Renovierung ein Ende zu machen. Bei dieser Arbeit, welche im October 1888 zur Vollendung gedieh, wurden fünf Fenster der Kuppel und fünf auf den Stiegen wieder geöffnet, zwei moderne Mauern beseitigt, zwei bis nun vermauerte Marmorsäulen blossgelegt und alle Thüren und Fenster des alten Baues sichtbar gemacht. So konnte denn der um diese Arbeit sehr verdiente Conservator Smirich im Verein mit dem Conservator Glavinic an die chronologische Aufstellung der Museumsobjecte schreiten und jenen Stand der Dinge vorbereiten, welchen der Besucher heute antrifft. 1 Alois Hauser und Franz Bulic: „San Donato in Zara“. Mitth. der k. k. Centrale, f. Kunst- und historische Denkmale. VIII. Band. 2 Ausgegraben unter dem Fussboden der Kirche S. Grispgono und wahrscheinlich früher ein Bogen des Ciborienaltars dieser Kirche.